"Und
vor lauter halbgefüllter Shoop-Schubläden
bleibt die Sicht verstellt auf diesen Schrank
was uns weiterträgt sind nicht die Kleiderbügel
sind nicht grüne Haare sondern Punk"
(aus 'Schrank', 2004)

"Denn wir sind nicht im Funk", heißt
eine Liedzeile von budnik. Und so ist es auch nicht
verwunderlich, daß sie sich einfach über den Weg gelaufen
sind. Ganz analog. In einer Hildesheimer Küche.
Das war im Januar 2004, und seit dem haben Armin Metz (Baß), Claas
Sandbothe (Schlagzeug) und Siggi Stern (Gesang und Gitarre) eben noch
eine Band mehr.
"Budnik" heißt übrigens soviel
wie Botanik, Prärie oder Pampa. Oder einfach nur "draußen".
Was die drei ja zweifelsohne sind, wenn sie ihre Nasen zusammen in die
Budnik stecken, anstatt in ihre sonstigen Projekte.
Denn ansonsten pflegt Metz die deutsch-indische Freundschaft "Ahimsa",
während Sandbothe als Schlagzeuger und DJ tanzbare Dienstleistungen
anbietet und Stern weiterhin in fremden Küchen singt.
Da kommt ein Haufen Zeugs zusammen. Weltmusik. Elektronika. Liedermacherei.
Das alles ist sozusagen schon in der Budnik drin. Es
darf gejagt und gesammelt werden. Da kann es auch mal vorkommen, daß
mit den drei das Countrypferd durchgeht und erst im Punk wieder eingefangen
wird.
Ihr roter Faden ist eigentlich blau. Denn die blaue Stunde am Abend
ist meist viel zu kurz, und ein Lied schnell vorbei. Dann wird es schon
dunkel, und budnik spielen auf zum stürmischen Stehblues. Songs
zum Engtanzen oder Wildwerden. Dazu Gute-Nacht-Geschichten, die sich
wie Amseln mit spitzen Schnäbeln in den Kopf bohren und einem mit
ihrer schweren Schönheit den Schlaf rauben. "Nimm deine Zunge
raus aus mir, aber bitte laß den Rest noch hier", singt Stern
in "Saalicht an" und meint damit Wandel. Und der scheint dem
Trio sowohl textlich als auch musikalisch eingeimpft.
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