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Bericht HZ vom 24.10.2003

SIGGI STERN SOLO
Maismusik

"Das Mädchen mit den klatschmohnroten Lippen
steht auf dem Fensterbrett und küsst die Nacht“

(aus „Maisfeld“ vom Album „und in allen Zimmern blau“ 2002)

"Doch unsere Luft hier ist dreckig und die Liebe so sauber
Zum Leben knapp reicht’s auch nur, wenn’s andersrum wär“

(aus „Siam, Bruder“ vom Album „siam, bruder“ 2006)


Foto: Thomas Kaminski / www.fotomotion.info

Der Hildesheimer Sänger und Liedermacher Siggi Stern (*1976) hat 2005 schon die EP „Hildesheim rockt“ bei Flow.Fish Records veröffentlicht. Jetzt folgt im Herbst 2006 auf dem feinen Hildesheimer Label sein neues Album „siam, bruder“.

„siam, bruder“ ist nicht wirklich ein Konzeptalbum, und doch erzählen die 13 Stücke eine gemeinsame Geschichte. Eine Geschichte, die beginnen könnte im „Maisfeld“, einem Lied, das auf Siggi Sterns CD „und in allen Zimmern blau“ von 2002 zu finden ist. Schien er sich beim Refrain „Lauf durchs Maisfeld, komm zu uns“ damals noch sicher zu sein, welche die richtige Seite ist, gilt nun „Umwege erweitern die Ortskenntnisse“.

Diese Umwege führten Siggi Stern seit 2003 auch durch mehr als 100 Küchen zwischen Kiel und Luzern, in denen der bekennende „Wanderarbeiter und Küchensänger“ seine intimen Küchenkonzerte gab. In einer davon lernte er den Maler Bernhard Karlowitz kennen, dessen Maisbilder und –zeichnungen jetzt die Gestaltung der neuen CD bestimmen. Ein Umweg der sich also sichtlich gelohnt hat.

Alles neu machte der Mai(s), denn da gab’s im Hildesheimer Theaterhaus Siggi Sterns erste Maisshow „siam, bruder – wie viel korn bleibt nach dem pop?“. Dafür hat er mit dem Regisseur Martin Zepter und anderen Mitgliedern der freien Hildesheimer Theaterszene zusammengearbeitet, die die 13 Stücke der neuen CD kreuz und quer durch eine schräge Revue treiben, und manchmal gefährlich über den Feldrand hinaus. Ganz nach dem Prinzip Popcorn, wird dabei untersucht, was passiert, wenn durch künstlerische Erhitzung Inneres nach außen tritt.

Seit Herbst 2006 ist Siggi Stern mit „siam, bruder – wie viel korn bleibt nach dem pop?“ auch solo unterwegs. Mit Gitarre, Kofferorgel und eigenem Küchentisch, an den er auch mal Freunde zu lecker Dosenmais oder zum gemeinsamen Musizieren einlädt:

„Ein Stück Hildesheim hat Siggi Stern immer dabei, auch im Club Mobilat: Am roten Küchentisch trifft man ihn an, nachdenklich Cornflakes mampfend, vor sich hin plappernd. „Das Komische ist doch: Immer ist Milch übrig“, sagt er dann etwa und plaudert von seinen Engagements als Küchensänger. In fremden Küchen wird gekocht, gelacht, geschnackt, eine tolle Gelegenheit für einen Geschichtensammler wie ihn. Und dann singt er: Von Badeseen in Hildesheim, von Goethe auf dem Wartberg und der „Liebe mit dem Eddingstift“.“ [Heilbronner Stimme, 13.10.2006]

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